28.10.2026

Aryzta: Zwei deutsche Werke vor der Schließung

Der Backwarenkonzern Aryzta konsolidiert seine deutsche Produktion am Standort Eisleben (Sachsen-Anhalt). Die Werke in Gerolzhofen (Bayern) und Nordhausen (Thüringen) sollen geschlossen werden. Das gab das Unternehmen mit Sitz in Schlieren (Schweiz) bekannt. Ziel der Restrukturierung sei ein wettbewerbsfähigerer Produktionsverbund, der Kapazitäten an die aktuelle und erwartete Marktnachfrage anpasse. Die einmaligen Kosten beziffert Aryzta auf rund 56 bis 61 Millionen Euro. Zugleich will das Unternehmen sein deutsches Produktportfolio vereinfachen und sich von margenschwächeren Produkten und Linien trennen, was den deutschen Umsatz um rund 35 bis 40 Millionen Euro verringern könnte. Von den Schließungen sind rund 600 Mitarbeiter betroffen, in Eisleben beschäftigt Aryzta knapp 2.000 Mitarbeiter.

Der Schweizer Konzern hatte im ersten Halbjahr 2026 einen Gruppenumsatz von 1,064 Milliarden Euro verzeichnet, ein Rückgang von 2,1 Prozent (organisch minus 2,7 Prozent). Deutschland steht dabei für gut ein Viertel des Konzernumsatzes. Nachdem das Deutschland-Geschäft wegen schwacher Konsumentenstimmung und hoher Preissensibilität besonders schwach abgeschnitten hatte, kündigte das Unternehmen im August an, „alle Optionen" zu prüfen.

Aryzta-Verwaltungsratspräsident und Interims-CEO Urs Jordi sagte jetzt: „Die Konsolidierung der Produktion in Eisleben und die Vereinfachung unseres Produktportfolios werden unsere deutschen Aktivitäten effizienter machen und die Profitabilität näher an das Niveau unserer anderen europäischen Backwarengeschäfte bringen."

Aryzta übernimmt französischen Distributor Frigegro vollständig


Nach vollständiger Umsetzung sollen die Maßnahmen die Ebitda-Marge des Konzerns um rund 60 bis 80 Basispunkte verbessern. Die Umsetzung soll hauptsächlich in den Jahren 2026 und 2027 erfolgen, die Amortisation des Barkostenanteils wird mit weniger als zwei Jahren veranschlagt. Aryzta erwartet für das Geschäftsjahr 2026 vor Einmalkosten einen Ebitda von rund 300 Millionen Euro und einen freien Cashflow von rund 100 Millionen Euro. Kapitalrückführungen an die Aktionäre sollen 2027 wieder aufgenommen werden.

Parallel hat Aryzta über seine französische Tochter Coup de Pates den Tiefkühlprodukte-Distributor Frigegro in der Region Limoges vollständig übernommen. Mit zwei Zukäufen in Frankreich in diesem Jahr rechnet der Konzern mit einem zusätzlichen Jahresumsatz von rund 35 bis 40 Millionen Euro.

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