08.10.2026
Großbäcker: Stabile Geschäftslage, Kritik am Handel

Foto/Grafik: Großbäcker
56 Prozent der befragten Großbäckereien bewerten ihre Geschäftslage als befriedigend.
Die Kosten steigen, die Preise kaum, und der Handel erhöht den Druck - so die Bilanz des ersten Branchenmonitors, den der Verband Deutscher Großbäckereien jetzt vorgestellt hat.
56 Prozent der befragten Großbäckereien bewerten ihre Geschäftslage als befriedigend. 44 Prozent sehen eine Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr, nur 13 Prozent eine Verbesserung.
„Unsere Betriebe halten Kurs, aber der Spielraum wird enger“, sagt Norbert Lötz, Präsident des Verbandes Deutscher Großbäckereien. „Wer will, dass die Großbäckereien dieses Land auch morgen zuverlässig versorgen, muss Bürokratie abbauen, Investitionen ermöglichen und den Wert von Brot anerkennen.“
Kosten rauf, Preise stabil
Bei Logistik und Verpackung melden 94 Prozent der Betriebe gestiegene Kosten, bei der Energie zwei Drittel. In den Preisen kommt das kaum an: 69 Prozent der Betriebe haben ihre Verkaufspreise im vergangenen Jahr weitgehend stabil gehalten. Die größte Herausforderung für die kommenden zwölf Monate ist mit Abstand der Preisdruck im Handel. 81 Prozent der Betriebe zählen ihn zu den drei drängendsten Herausforderungen, 63 Prozent setzen ihn auf Platz eins.
44 Prozent wollen Investitionen erhöhen
44 Prozent der Betriebe wollen ihre Investitionen im kommenden Jahr ungeachtet dessen erhöhen, vor allem in Automatisierung (88 Prozent) und Digitalisierung (81 Prozent). 92 Prozent haben ihre Ausbildungsplätze ganz oder größtenteils besetzt.
„Die Kosten steigen auf breiter Front, und trotzdem investieren unsere Betriebe: in moderne Produktion, in Digitalisierung und in ihren Nachwuchs“, sagt Heike Engels, Vizepräsidentin des Verbandes Deutscher Großbäckereien. „Das ist ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland. Damit es so bleibt, brauchen wir Planungssicherheit und wettbewerbsfähige Energiepreise sowie Arbeitskosten.“
Nachhaltigkeit: Formulare bremsen, nicht die Technik
Alle befragten Betriebe setzen bereits Maßnahmen zur Energieeffizienz um. Technische Grenzen nennt dabei kein einziges Unternehmen als Hindernis für mehr Nachhaltigkeit. Was bremst, sind Bürokratie und Berichtspflichten (67 Prozent) sowie hohe Kosten (60 Prozent).
„Unsere Betriebe wissen, wie Nachhaltigkeit geht, und setzen sie längst um“, sagt Alexander Meyer-Kretschmer, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Großbäckereien. „Wer mehr will, sollte ihnen Zeit für die Umsetzung lassen statt für Formulare.“
An der ersten Erhebung von August bis Oktober 2026 beteiligte sich etwa ein Viertel der Mitglieder, überwiegend große Liefer- und Filialbäckereien. Die Ergebnisse sind ein Stimmungsbild und nicht repräsentativ, erklärt der Verband.
Der TK-Report-Newsletter: Hier kostenlos anmelden