20.08.2026

NIM-Studie: Longevity ist Alltagstrend mit Potenzial

Produkte, Medizinansätze und Start-ups rund um das Thema Longevity – die Verlängerung der gesunden Lebensspanne – verzeichnet derzeit enorme Aufmerksamkeit. Doch im Alltag spielt das Konzept bei der breiten Bevölkerung bislang noch eine untergeordnete Rolle. Das zeigt eine neue internationale Repräsentativbefragung des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen (NIM) in fünf Ländern.

Obwohl Medienberichte, Fachliteratur und Marktangebote boomen, zeigt die Studie „Longevity zwischen Anspruch und Alltag“, dass Longevity derzeit noch kein tief verankerter gesellschaftlicher Trend im Alltagshandeln ist. Dennoch offenbaren die Ergebnisse vor allem bei jüngeren Generationen und Besserverdienern spürbares Zukunftspotenzial für präventive und gesundheitsfördernde Produkte.

Genuss schlägt Verzicht im Alltag


Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung: Für die große Mehrheit steht der alltägliche Lebensgenuss klar vor dem Ziel eines maximal langen Lebens durch strikten Verzicht. In Deutschland geben 53 Prozent der Befragten an, im Hier und Jetzt leben und ihr Leben genießen zu wollen; nur 22 Prozent beschreiben sich als sehr diszipliniert und bereit, zugunsten der Langlebigkeit bewusst zu verzichten. In keiner der untersuchten soziodemografischen Gruppen entscheidet sich eine Mehrheit grundsätzlich für Verzicht.

Gleichzeitig herrscht in der Bevölkerung ein hohes Bewusstsein für die eigene Verantwortung: Die Befragten sind überwiegend davon überzeugt, dass die gesunde Lebensspanne maßgeblich von der eigenen Lebensführung abhängt.

Konkrete Ernährungsmuster: Deutschland beim Verzicht weit vorn


Im Alltag setzen die Verbraucher vor allem auf klassische Verhaltensmuster und die Einschränkung bei bestimmten Genuss- und Lebensmitteln. Beim Alkoholkonsum zeigt sich Deutschland besonders konsequent: Mit 57 Prozent gibt eine deutliche Mehrheit der Befragten an, bereits weitestgehend auf Alkohol zu verzichten – das ist der höchste Wert im internationalen Vergleich. Weitere 24 Prozent können sich diesen Schritt künftig vorstellen.

Auch beim Fleischkonsum zeigt sich ein deutlicher Wandel, denn auf rotes Fleisch verzichtet in Deutschland aktuell bereits jeder Dritte (36 Prozent), während weitere 28 Prozent offen für eine künftige Einschränkung sind. Zudem verzichtet gut ein Drittel der Befragten derzeit weitestgehend auf Zucker (37 Prozent) beziehungsweise Salz (33 Prozent). Ein weiteres Drittel ist bereit, die Einnahme von Zucker und Salz für die eigene Gesundheit künftig zu reduzieren.

Etablierte Gewohnheiten dominieren noch


Spezifische medizinische, supplementbasierte oder technologische Longevity-Angebote bewegen sich aktuell noch in einer klaren Nische. Es zeigt sich jedoch ein moderates Zukunftsinteresse: Je nach Anwendung können sich in Deutschland 26 bis 33 Prozent der Befragten vorstellen, neuere Longevity-Angebote künftig zu nutzen – insbesondere jüngere Altersgruppen zeigen hier eine höhere Aufgeschlossenheit.

Hintergrund und Methodik


Für die Studie „Longevity zwischen Anspruch und Alltag“ (NIMpulse 23) befragte das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) im Mai 2026 insgesamt 5.000 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren via NIQ eBUS International. Die Stichprobe ist repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland, Frankreich, Schweden, Japan und den USA (jeweils 1.000 Befragte pro Land).

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