11.06.2026
Wie isst Deutschland? Eine aktuelle Sodexo-Studie gibt Einblicke

Foto/Grafik: belart84/as
Ein Mittagessen nicht um jeden Preis - die Deutschen sind sparsamer geworden.
Eine aktuelle YouGov-Befragung im Auftrag von Sodexo Deutschland verrät Interessantes über unser Essverhalten. Für 63 Prozent der Befragten ist der Geschmack der wichtigste Faktor bei der Essenswahl. Obwohl 33 Prozent der Teilnehmer den Konsum von Fertiggerichten im vergangen Jahr reduziert haben, greifen 35 Prozent in Genussfragen bewusst auf Gerichte wie Tiefkühlpizza, Pommes frites oder salzige Snacks zurück - 22 Prozent lieben Süßes bzw. Desserts. Nach dem Geschmack folgt die Gesundheit - sie spielt mit einem ordentlichen Abstand von 45 Prozent eine Rolle. Für 42 Prozent steht der Preis an dritter Stelle und hat insbesondere in einkommensschwächeren Haushalten eine hohe Bedeutung. Der Nachhaltigkeitsaspekt beim Essen ist nur 10 Prozent der Befragten wichtig.
Mittagessen in der Betriebskantine: Wichtig für die junge Generation, für viele zu teuer
Am Arbeitsplatz zeigt sich: Während 32 Prozent der Befragten dem Mittagessen weniger Bedeutung beimessen, ist für 41 Prozent der Lunch im Arbeitsalltag wichtig. Das gilt besonders für die jüngeren Erwerbstätigen - für mehr als die Hälfte (52 % bei den 18- bis 34-Jährigen) ist das Mittagessen ein wichtiger Tagesanker. Zudem zeigt die Umfrage, dass mit steigendem Bildungsabschluss die Bedeutung des Mittagessens im Arbeitsalltag zunimmt. 31 Prozent der Befragten empfinden die Essensangebote am Arbeitsplatz allerdings als zu teuer. Die Schmerzgrenze für ein Mittagessen im Betriebsrestaurant liegt für 78 Prozent bei 6,99 Euro – im Jahr 2024 waren es noch 80 Prozent der Befragten.
„Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass sich Ernährung im Alltag sowie im Job in einem Spannungsfeld bewegt: Menschen wollen gleichzeitig genießen, sich bewusst ernähren und dabei faire Preise bezahlen. Diese Erwartungen lassen sich nicht isoliert bedienen. Genau darin liegt die Herausforderung für Foodservice-Anbieter. Wer heute erfolgreich sein will, muss diese Faktoren zusammenbringen – nicht nacheinander, sondern in einem Angebot. Denn Verpflegung im Arbeitsumfeld ist längst ein Teil der Employee Experience und damit ein wichtiger Faktor für Zufriedenheit, Leistungsfähigkeit und Bindung“, sagt Christian Niemeyer, Head of Food bei Sodexo Deutschland.
Deutsches Essverhalten - vier Profile
Die Befragung zeigt auf, dass es nicht das typische Essverhalten gibt. Um die Vielfalt besser greifbar zu machen, hat Sodexo auf Basis der Ergebnisse vier Profile identifiziert.
Der
urbane Genussmaximierer ist überdurchschnittlich jung (unter 40 Jahre alt), häufiger männlich und lebt oft allein und eher in urbanen Räumen. Wenn er sich etwas gönnt, greift er gezielt zu Komfortgerichten wie Pizza, Snacks oder Süßem. Gesundheit spielt zwar eine Rolle, steht aber selten im Vordergrund seiner Entscheidungen. Für ihn ist Essen eng mit Genuss, Belohnung und Emotion verbunden.
Die
preisgetriebene Pragmatikerin trifft ihre Entscheidungen nach Budget und Alltagstauglichkeit. Sie verfügt über ein eher niedrigeres Einkommen, ist meist zwischen 30 und 55 Jahre alt und lebt tendenziell ländlich. Für sie ist der Preis der dominierende Entscheidungsfaktor beim Essen. Entsprechend nutzt sie Essensangebote Arbeitsplatz seltener, wenn sie diese als zu teuer wahrnimmt. Bei Zeitmangel greift sie häufig zu schnellen und einfachen Lösungen.
Die
gesundheitsorientierte Selbstoptimiererin legt großen Wert auf bewusste Ernährung. Sie verfügt über einen höheren Bildungsabschluss, lebt eher in urbanen Räumen und hat ein mittleres bis höheres Einkommen. Sie legt großen Wert auf natürliche Zutaten sowie auf Transparenz bei Lebensmitteln und reduziert aktiv den Konsum von Fleisch und verarbeiteten Produkten. Entsprechend hoch ist ihr Konsum von Gemüse und Obst. Essen versteht sie im Arbeitskontext klar funktional: als Beitrag zu Energie, Leistungsfähigkeit und Selfcare.
Der
routinierte Gewohnheitsesser setzt auf Verlässlichkeit und Kontinuität. Er ist häufig älter als 50 Jahre, öfter männlich, lebt häufig in festen Haushaltsstrukturen und ist eher in ländlichen Regionen zu finden. Für ihn hat das Mittagessen nur eine geringe Bedeutung als Erlebnis, vielmehr ist sein Essverhalten stark routiniert und von Gewohnheiten geprägt. Er probiert selten neue Gerichte bei der Arbeit und greift stattdessen bevorzugt auf Bekanntes zurück. Pflanzlichen Alternativen steht er eher skeptisch gegenüber. Trends oder Empfehlungen spielen für ihn kaum eine Rolle, entsprechend bleiben seine Essgewohnheiten stabil und verändern sich nur wenig.
Für die Erhebung wurden im Zeitraum vom 21. bis zum 26. April 2026 insgesamt 1009 Arbeitnehmende in Deutschland befragt. Sodexo wollte wissen, wie die Erwartungen in Verbindung mit Emotionen ans Essen (Pause, Belohnung, Lebensqualität im Alltag/Job) mit Herausforderungen wie Genuss, Gesundheit und Budget einhergehen und das Essverhalten prägen.
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